Früher wurde mir tatsächlich schlecht als ich Blut sah. Im Frühjahr 2011 entwickelte ich jedoch Interesse an der Tätigkeit im Sanitätsdienst und trat im Februar 2011 dem Jugendrotkreuz in Brühl bei.

Dort wurde jedoch nicht in dem Maße auf die Arbeit im Roten Kreuz eingegangen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Der Sanitätsdienst war irgendwie nie ein Thema und bei den wöchentlichen Treffen wurde ständig Fußball gespielt. Da ich jedoch keinem Fußballverein beitreten wollte, trat ich mit Vollendung des 16. Lebensjahrs im März 2012 dem Deutschen Roten Kreuz Stadtverband Hürth e.V. bei.

Dort wurde auch tatsächlich so Verfahren, wie ich mir das vorgestellt hatte. Veranstaltungen wie Karnevalszüge, Konzerte und Theateraufführungen wurden sanitätsdienstlich betreut. Wenn keine Sanitätsdienste anstanden, wurden Ausbildungen absolviert, das Material gepflegt und geübt.

Durch das Rote Kreuz hatte ich die Möglichkeit, diverse sanitäts- und später auch rettungsdienstliche Ausbildungen zu machen. Doch bevor dies geschah, absolvierte ich erst einmal die sogenannte rotkreuzinterne “Helfergrundausbildung” (HGA). Diese bestand aus fünf Wochenendausbildungen, in denen der einzelne Helfer ein Grundwissen in den verschiedenen Disziplinen aufbauen sollte.

Zunächst musste jeder Helfer einen Erste-Hilfe-Kurs machen. Dann ging es mit der HGA los. Die fünf Disziplinen waren: Einführungsseminar, Erweiterte Erste-Hilfe, Allgemeiner Teil, Betreuungsdienst und Technik und Sicherheit.

Erst wenn die Helfergrundausbildung abgeschlossen war, durfte man eine sogenannte Fachausbildung machen. Mich reizte der Sanitätsdienst, also machte ich die Ausbildung zum Sanitätshelfer.

Das war jedoch noch nicht genug für mich und ich wollte weitermachen. Die nächsthöhere Stufe war der Rettungshelfer; die erste rettungsdienstliche Ausbildung. Rettungshelfer dürfen in NRW bereits als Fahrer des Krankenwagens (KTW) eingesetzt werden. Inhalt der Ausbildung ist außerdem ein Rettungswachenpraktikum, welches ich bei der Feuerwehr Brühl absolvierte.

Dort machte ich meine ersten Erfahrungen auf einem Rettungswagen. Und es gefiel mir. Dass mir früher mal beim Anblick von Blut schlecht wurde, war schon lange vergessen.

Nachdem ich 2014 Abitur gemacht hatte, arbeitete ich als Sanitäter und First Responder am Strand des Bleibtreusees und war dort für die Strandgäste zuständig.

Nach dem Abitur war es auch mal eine ganze Zeit lang mein Wunsch gewesen, Medizin zu studieren. Jedoch waren die Zulassungsvoraussetzung (ganz besonders der Numerus Clausus) für mich unüberwindbar und es hätte nur die Option einer Wartezeit von mindestens sieben Jahren zu diesem Zeitpunkt gegeben.

Ich studierte also zunächst Biologie und arbeitete nebenbei als Rettungshelfer bei einem Krankentransportunternehmen. Die Wasserski- und Strandsaison war längst vorbei und ich wollte mir etwas Geld dazuverdienen.

Durch einen Kollegen fand ich zur Firma G.A.R.D., einem Tochterunternehmen der Falck-Gruppe. Ich fuhr also Krankenwagen, sammelte mehr Erfahrungen mit Patienten und Ortskunde in der Großstadt Köln.

Außerdem wurden gelegentlich Ambulanzfahrten durch den ADAC getätigt. So wurden Patienten, die im Ausland verunglückt waren, mit einem Flugzeug (in meinem Fall) zum Flughafen Köln/Bonn geflogen und dort von uns in Empfang genommen. Wir brachten die Patienten dann von dort in die verschiedensten Städte der Republik (Hamburg, Hannover, Leipzig, …).

Rückblickend war die Tätigkeit im Krankentransport eine tolle Erfahrung und ich bin froh, sie gemacht zu haben. Ich habe dort viel dazugelernt, tolle Menschen kennengelernt und gemerkt, dass mir die medizinische Tätigkeit Spaß macht.

Nach drei spannenden Jahren im DRK-Ortsverein des Vororts der Großstadt Köln, zog es mich im März 2015 zum Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Köln e.V.. Dort war erstmal wieder alles ganz anders als es noch in kleinen Vorort gewesen war. Alles lief strukturierter ab und war einfach viel größer und pompöser. Das Kölner Rote Kreuz hat mehr Helfer, betreut mehr und größere Dienste und verdient folglich auch mehr Geld, weshalb ich sich natürlich auch häufiger neuere Fahrzeuge und bessere Ausrüstung als der Stadtverband Hürth leisten kann.

Im Kölner Roten Kreuz sind die einzelnen Ortsvereine (Bereitschaften) nummeriert und nicht nach dem jeweiligen Stadtbezirk/-teil benannt. So trat ich also der Bereitschaft I bei und wurde dort herzlich aufgenommen.

Ich absolvierte in dieser Zeit meine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Dazu gehörten nochmal ein Praktikum auf einer Rettungswache und zusätzlich noch ein Praktikum in einem Krankenhaus. Im Krankenhaus sollte man die Stationen Intensivstration, Notaufnahme und OP besuchen, um die Felder zu erkunden, die einen Patienten nach einem Rettungsdiensttransport erwarten (können) und zu erfahren, was mit ihm passiert.

Im Mai 2017 fuhr ich mit ein paar Kollegen als Delegation zum 75. Formel-1-Grand-Prix nach Monaco. Dort hatte ich die Möglichkeit, mich mit Sanitätern und Rettungsdienstlern aus Monaco, Frankreich, Italien und der Schweiz auszutauschen. Es war eine wirklich tolle Erfahrung und ich bin froh, diese Möglichkeit bekommen zu haben. Wer sich für meinen Erfahrungsbericht der einwöchigen Reise interessiert, kann diesen hier nachlesen.

Außerdem machte ich 2017 den LKW-Führerschein und wechselte vom Krankentransport G.A.R.D. in den DRK-Rettungsdienst der Stadt Köln. Dort bin ich seit Februar 2018 auf der Innenstadtfeuerwache eingeteilt und besetze dort, neben meinem Studium, als Rettungssanitäter einen Rettungswagen. Die Arbeit auf dem Rettungswagen macht mir großen Spaß. Kein Tag gleicht dem anderen. Die Kollegen sind freundlich, haben mich herzlich aufgenommen und sind durchweg gut in ihrem Job.

Ich bin froh, im Alter von 15 Jahren den Entschluss gefasst zu haben, einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Deutschen Roten Kreuz nachgehen zu wollen. Mittlerweile habe ich eine Ausbildung als Rettungssanitäter und verdiene neben der ehrenamtlichen Tätigkeit damit sogar mein Geld, um mir mein Studentenleben zu finanzieren.

Ich hoffe, dieser Tätigkeit noch einige Zeit nachgehen zu können und vor allem die Zeit dafür zu finden. Das Juristendasein ist sehr zeitintensiv und anstrengend und wird von Jahr zu Jahr leider nicht weniger.

Tabellarischer Werdegang

  • 2011 bis 2012 Jugendrotkreuz Brühl
  • 2012 bis 2015 Deutsches Rotes Kreuz Stadtverband Hürth e.V. – Bereitschaft Hürth
  • Oktober 2012 Sanitätshelfer
  • Dezember 2012 Rettungshelfer
  • 2014 Rettungshelfer bei Wasserski-Bleibtreusee GmbH & Co. KG
  • 2014 bis 2018 G.A.R.D. Krankentransport Köln (heute ASB)
  • Seit 2015 Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Köln e.V. – Bereitschaft I
  • 2016 Rettungssanitäter
  • Seit 2018 Rettungsdienst Stadt Köln (DRK KV Köln e.V.)